Tracht zur Mostkost

Mostkost & Tracht

Wie Erntedank zu den hohen christlichen Feiertagen, so gehört die alljährliche Mostverkostung zu den beliebten Festen in Österreich. Vor allem im niederösterreichischen Mostviertel ist ein Besuch der Mostkost lange geplantes Familienevent. Richtig bekleidet sind Sie für diesen spaßigen und schmackhaften Anlass in Trachtenkleidung.

Erklärung zur Mostkost

Most ist das erste Gärgetränk, das aus Obstsorten gekeltert wird. Im niederösterreichischen Weinviertel werden dafür überwiegend Birnen geerntet. Praktisch jedes Dorf hat zwischen Ernte und Abfüllung im Herbst seine eigenen Mostfeste. Gesang und Tanz, sportliche Spaßwettkämpfe und zünftige Musik gehören überall dazu. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Erntejahr schmeckt frischer Most so köstlich. Das genießen die Besucher gerne zu Schlemmereien vom Grill oder aus dem Suppentopf. Die Tracht als Kleiderordnung ist für die Mostkost nicht festgeschrieben, aber für die meisten Besucher ein ungeschriebenes Gesetz. Sie feiern damit ihr Brauchtum, die gute Birnenernte und das Beisammensein mit Gleichgesinnten. Es macht Spaß, sich früh vor dem Fest einzukleiden, passend zu frisieren und die Tracht mit Accessoires zur Festkleidung aufzuhübschen. Auch die Kinder springen und feiern in ihren Trachten zwischen den Mostverkostern umher. Was früher praktische und oft einzige Kleidung besserer Machart war, ist heutzutage ein nostalgischer Trend sogar über die Region des Mostviertels hinaus. Auch die Mostkost selbst wird immer beliebter als Ausflugsziel für Gäste aus aller Welt.

Anlässe zum Tragen der Tracht

Regional ist die Mostkost ein Ereignis, das von den Familien schon Tage vorher mit Festtagskost und gegenseitigen Besuchen gefeiert wird. Die Menschen verabreden sich und bereiten sich akribisch von Hut bis Schuh auf das Fest vor. Zum Oktoberfest ist das Erscheinen ohne Tracht ein Zeichen, dass jemand keine Ahnung von Brauchtum und traditionellem, alpenländischem Dresscode hat. Bei der Zusammenstellung der Tracht zu diesem Anlass geben die Trends inzwischen viel Spielraum für moderne Variationen. Zur Kirchweih ist die Tracht ein Zeichen der Heimatverbundenheit und des Glaubens. Feiern ist hier ohne Tracht zumindest in Süddeutschland und Österreich nicht gerne gesehen. Zur Hochzeit fertigen die hiesigen Trachten-Manufakturen sogar eigene Hochzeitsdirndl für die Braut und besonders festliche Trachten für den Bräutigam an. Zu einer Dirndlhochzeit erscheinen selbstverständlich auch alle großen und kleinen Hochzeitsgäste in der Tracht, am besten farblich aufeinander abgestimmt. Das Tragen der Tracht beim Schützenfest ist für Damen und Herren eine vereinsinterne Ehrensache. Zur Würdigung des Anlasses kommen auch die Zuschauer geschlossen in Tracht oder zumindest in Kleidung, die an die traditionelle Trachtenmode erinnert.

Welche Tracht ist zum Wiesenfest oder zur Mostkost ideal?

Jedes Dorf hat zur Grundausstattung ihrer lokalen Tracht eine eigene Philosophie. Wer als auswärtiger Gast die Mostkost besucht, ist mit Dirndl und Herrentracht auf jedem Fest ordentlich gekleidet. Diese Zusammenstellung passt optimal zu Damen und Herren:

Dirndl und Trachtenkleid für Damen

Es dauert eine Weile, bis das Dirndl bei Damen richtig sitzt. Es besteht aus einem Mieder mit Schnürung oder eng gesetzter Knopfleiste, einer Dirndlbluse mit V-Ausschnitt, rundem Ausschnitt oder hochgeschlossen, einem Rock und einer Schürze. Zum modernen Dirndl aus einem Stück gehören Trachtenschuhe entweder als flaches Modell mit Metallspangen oder mit etwas höherem Absatz dazu. Trachtenschmuck verstärkt den Glanz dieser traditionellen Festkleidung zusätzlich. Noch mehr schmückt allerdings der Zopf zum Dirndl. Frauen mit langem Haar flechten ihn selbst, Frauen mit kurzem Haar stecken sich künstliche Zöpfe in traditioneller Weise an den Kopf oder als Kranz rings um den Haaransatz. Gegen laue Lüftchen an den Abenden der Mostkost schützt ein hübsch besticktes Schultertuch. Vor herbstlichem Wetter zum Fest passen ebenso gut und wärmend fein gestrickte Trachtenjacken mit regional typischem Stickbesatz aus Edelweiß, Eichenblättern oder mit bäuerlicher Landschafts-Stickerei.

Kurze oder lange Lederhose für Herren

Eine kurze Trachtenlederhose für Herren war ursprünglich Alltags- und sogar Berufskleidung. Heutzutage ist sie weiterhin aus robustem Leder von Wildtieren gefertigt und für ihr festliches Aussehen aufgeraut. Kurze Trachtenhosen sind als Trachtenmode an den derben, aber sauberen Nähten und der traditionellen Frontstickerei zu erkennen. Falls Sie dem Herbst nicht über den Wetterweg trauen, können Sie zur Mostkost auch eine Kniebundhose tragen. Sie bedeckt die Beine bis über die Knie. Die seitlichen Beinabschlüsse sind mit Schnüren aus dem gleichen Leder der Hose geschmückt. Zu Festen im Winter ist eine lange Lederhose gleichzeitig praktisch und festlich. Ob kurz oder lang – Hosenträger aus Leder oder Ledergürtel mit einem Schmuckkoppel von Wild oder Alpenblüten komplettieren die festliche Tracht. Dazu werden traditionell Trachtenhemden mit kurzem oder langem Arm, mit Spitz- oder Stehkragen getragen, oft kariert, manchmal einfarbig. Besonders hochwertige Modelle glänzen mit dezent oder bunt bestickten Ledereinsätzen auf Schultern und Knopfleisten.

Zubehör für kühle Festzeiten

Für Jacken zur Tracht werden auch im aktuellen Trend Naturmaterialien verwendet, die es früher an beinahe jedem österreichischen Hof gab. Das sind Leinen, Schafwolle, Leder und – modern und nicht regional, aber natürlich – Baumwolle. Landhaus-Jacken für Damen haben eine deutlich ausgearbeitete Taille, oft mit Kordelschnürung, einen farblich abgesetzten Saum und oft Puffärmel, die knapp über dem Ellbogen in eine enge Passform übergehen. Optisches Highlight bei vielen Trachtenjacken sind eng gesetzte Knöpfe aus Holz oder aus dem edlen, seltenen Hirschhorn. Trachtenjanker für Herren haben nicht nur zur Mostkost den Status einer Anzugjacke. Fast immer werden sie aus Leder gefertigt, oft noch in aufwändiger, liebevoller Manufakturarbeit. Ein Futter als Inneneinsatz verstärkt die wärmenden Eigenschaften zusätzlich. Wind und Nässe können einem solchen Zubehör selbst zu stürmischen Festzeiten nicht zusetzen.

Passende Kopfbedeckung als Highlight der Tracht

Ein Trachtenhut aus Leder sieht zünftig aus und schützt vor Sonne und Wind. Typisch ist eine mittelbreite Krempe. Am Übergang zwischen Krempe und Hutwölbung sitzt eine schmale Kordel oder ein glattes Band aus Leder. Zusätzlicher Schmuck kann ein Metall-Anstecker mit Trachtenmotiven sein. Traditionell wird aber auch gerne die Feder vom Sperber oder anderen Raubvögeln am Hut getragen. Ein Lodenhut mit Schmuck ist ebenfalls eine festliche Ausstattung zur Tracht für die Mostkost. Er besteht aus gefilzter Wolle, ist ebenfalls gut wetterbeständig und selbst bei häufigem Tragen unverwüstlich.

Fazit

Das Tragen der Tracht zur Mostkost ist für die Gastgeber und einheimischen Gäste selbstverständlich. Kinder und Erwachsene freuen sich alljährlich auf das Tragen ihres traditionellen Festgewands und natürlich auf die Highlights bei der Mostverkostung. Hinsichtlich der Grundausstattung, des Zubehörs und weiterer Accessoires ist für viele Freunde der Trachtenmode die Zusammenstellung eine eigene Philosophie.

Foto: Depositphotos.com – TatyanaSuyarova

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