Trachtenschmuck – Vom Statussymbol zum Trend

Trachtenschmuck

Trachten haben eine lange Tradition und sind nach wie vor populär. Sie werden vor allem auf dem Oktoberfest in München sowie auf zahlreichen Volksfesten in Bayern und den Alpenregionen getragen. Wer großen Wert auf ein originales Erscheinungsbild legt, kombiniert die Kleidungsstücke mit einem formschönen Trachtenschmuck. Dieser war schon immer ein fester Bestandteil von jeder Tracht und hat früher den sozialen Status des jeweiligen Trägers repräsentiert. Der spezielle Schmuck gehört weiterhin zum zünftigen Trachtenoutfit dazu, damit lassen sich heute interessante Akzente setzen. Durch den Trachtenschmuck können Sie das Dirndl oder die Lederhose perfekt ergänzen. Dazu gehören Armbänder, Broschen, Ketten, Kropfbänder und Ohrringe, ebenso wie Tücher und Trachtenhüte. So machen die Träger auf jedem Fest eine gute Figur.

Was unterscheidet den Trachtenschmuck vom Jagdschmuck?

Sowohl der Trachtenschmuck als auch der Jagdschmuck wird in Bayern und in den Alpen getragen, allerdings zu verschiedenen Anlässen und Kleidungsstücken. Beim Jagdschmuck sind die Fassungen eher simpel gehalten, dazu bedienen sie sich an Symbolen aus der Jagdszene. Sie bestehen in der Regel aus Gold und Silber, die mit einer antiken Optik versehen sind. So sind die Silberfassungen oft angelaufen und überzeugen mit einer altehrwürdigen Patina.

Als Verzierungen dienen Motive, welche mit der Jagd, den Bergen und dem Wald zusammenhängen, zum Beispiel Eichenblätter, Hirschköpfe, Nadelbäume und Jagdhörner. Sie werden aus natürlichen Materialien gearbeitet, dazu gehören Holzstücke, Gestein, Knochen, Metall, Mineralien und Ton. Typisch für den Jagdschmuck ist der Einsatz von Grandeln, dabei handelt es sich um die Eckzähne von Rotwild und im Besonderen von Rothirschen. Aus diesem Grund hat sich auch die Bezeichnung Grandelschmuck im Volksmund durchgesetzt.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der rustikale Jagdschmuck aus gesammelten Trophäen besteht, die als Schmuckstücke zur Jagdkleidung getragen werden.

Im Gegensatz dazu ist der Trachtenschmuck sichtbar feiner, er besticht vor allem bei den Damen durch filigrane Eigenschaften. Bei den Ketten werden Chiffon, Satin und Organza verwendet, sehr apart wirken auch anmutige Kordelketten aus Samt. Als Anhänger dienen Edelweiß, Hirschhorn, Herzen und Perlen. Typisch für den Trachtenschmuck ist das Charivari, welches als hübsches Accessoire agiert.

Vom Statussymbol zum Trend

In früheren Zeiten diente der Trachtenschmuck nicht nur als Zierde für die Tracht, sondern auch als Statussymbol. Damit konnte der Träger seinen Wohlstand demonstrieren, unabhängig davon, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Mit einer großen Anzahl von Anhängern am Mieder sowie mit besonders aufwändig gestalteten Florschließen in den Haaren präsentierten sich die wohlhabenden Damen.

Deswegen gehören Broschen und Ketten seit vielen Generationen zum gut behüteten Familienschatz, dazu nahm der Trachtenschmuck eine Funktion als Talisman ein.

Noch immer erfreut sich der Trachtenschmuck in Bayern an einer großen Beliebtheit. Allerdings handelt es sich dabei mehr um trendige Accessoires als wertvolle Familienerbstücke. Wenn Sie keinen Zugriff auf die gut gefüllte Schmuckschatulle der bayerischen Großmutter haben, werden Sie bestimmt auf einem der vielen Trachtenmärkte oder im Internet fündig. So gibt es zahlreiche Hersteller, die sich auf die Produktion von Trachtenschmuck spezialisiert haben. Zur Auswahl stehen nicht nur traditionelle Schmuckstücke, sondern auch moderne Designs. Diese Modelle lassen sich ebenfalls als Verzierungen und Glücksbringer verwenden.

Kropfband, Collier und anderer Schmuck für das Trachtenoutfit

Trachtenschmuck ist speziell bei Frauen sehr beliebt, sie bevorzugen romantische Modelle mit zierlichen Anhängern. Schmuckketten tragen die Damen entweder als Halskette oder bringen sie am Mieder des Dirndls an. Als Material dient in den meisten Fällen Silber, dazu hängen Münzen, Perlen und kleine Hirschgeweihe an den Colliers.

Grundsätzlich passen Anhänger mit traditionellen Motiven perfekt zu den Ketten, ebenso wie sanft schimmernde Perlen.

Außerdem ist das Kropfband weit verbreitet, welches normalerweise aus Samt besteht und mit einem kleinen Schmuckstück eng am Hals getragen wird.

Zu den Klassikern gehören auch Broschen, zum Beispiel in der Form von Edelweiß, Brezeln und alten Münzen. Die genannten Schmuckstücke lassen sich gekonnt mit Ohrringen und Armbändern im gleichen Design kombinieren. Bei den modernen Varianten des Trachtenschmucks handelt es sich um modische Brillenketten und Kropfbänder aus Schmucksteinen. Des Weiteren können Damen zum Dirndl ihren Hals mit einem Tuch sowie den Kopf mit einem Trachtenhut schmücken, der mit einer Feder oder einem Gamsbart verziert ist.

Gibt es Trachtenschmuck für den Mann?

Trachtenschmuck zum traditionellen Gewand ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern gleichermaßen beliebt. Das starke Geschlecht trägt gerne dicke Silberketten und massive Taschenuhren, in Kombination mit einem Charivari an der Lederhose. Früher haben die Herren sogar einen Ohrring getragen, um ihre Zusammengehörigkeit und Männlichkeit zu beweisen. Mit den Schmuckstücken haben die Träger damals ihren sozialen Status präsentiert, heutzutage dienen sie als optisch ansprechende Verzierungen.

Passend zum Hemd und den Strümpfen sind Ketten aus Holzperlen mit einem Anhänger in Form einer alten Münze oder einem Hirschgeweih.

Darüber hinaus war das Trachtenmesser ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Tracht und hat als Schmuckobjekt gedient. Getragen wurde es in der Seitentasche der Lederhose. Solche Messer tragen in Bayern und Österreich die Bezeichnung Stilett, sie sind überwiegend mit einem Griff aus Hirschhorn ausgestattet.

Jedoch sind auf vielen Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen diese Messer aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt.

Des Weiteren tragen die Herren statt einer Krawatte eine ursprüngliche Hemdkordel, Kragenspange oder Kragenstecker als Halsschmuck.

Was macht das perfekte Charivari aus?

Ein Charivari ist ein klassischer Bestandteil bei der traditionellen Tracht, sowohl für Frauen als auch für Männer. Während die Herren die Schmuckkette an der Lederhose tragen, legen die Damen sie am Rock oder Mieder des Dirndls an.

Die Kette aus massivem Silber ist rund 33 cm lang, Herren tragen sie entweder über dem Latz oder seitlich an der Tasche. Mit Hilfe der Karabinerhaken können Sie das Charivari schnell und einfach an der Gürtelschlaufe oder den Hornknöpfen der Lederhose befestigen. Die silberne Kette wird mit den folgenden Anhängern aus Naturmaterialen geschmückt:

  • Münzen
  • Wappen
  • Kleine Stücke aus dem Hirschgeweih
  • Dachszähne
  • Tierpfoten (inzwischen aus Metall)
  • Krallen von Greifvögeln
  • Edel- und Halbedelsteine

Bei Männern fallen die Schmuckstücke etwas derber aus, während bei den Damen kleine Holzperlen und Silberanhänger als Zierde dienen. Mit dem Charivari haben die Träger gezeigt, was sie sich leisten können. Inzwischen tragen viele Besitzer ihr Charivari nicht nur zum Dirndl oder zur Lederhose, sondern auch als modisches Accessoire zur Jeans und alltäglichen Kleidungsstücken. So entsteht eine attraktive Kombination aus Tradition und Moderne bei der Tracht.

Fazit

Schön gestalteter Trachtenschmuck macht das Trachtenoutfit erst vollkommen. Zur Auswahl stehen zahlreiche Schmuckstücke, sowohl für Damen als auch für Herren. Als traditioneller Klassiker dient das Charivari, welches durch die Anhänger eine persönliche Note erhält.

Foto: Depositphotos.com @ dstaerk

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